Ich bin aufgeregt. Sehr aufgeregt. In wenigen Minuten habe ich einen Termin. Meine Herrin erwartet mich.
Heute ist ein besonderer Tag. Heute vor einem Jahr war ich das erste mal bei ihr, habe ihr das erste mal die Schuhe geküsst. Danach war ich jede Woche mindestens einmal bei ihr.
Sie fasziniert mich, sie erregt mich, sie dominiert mich. So wie ich es mir immer schon gewünscht habe.
Und heute – heute da will ich ihr zeigen, wie dankbar ich ihr bin.
Ich habe ein Halsband gekauft, das sie mir umlegen darf. Ich will ihr zeigen, dass ich nur ihr gehöre – dass ich bereit bin, nur noch ihr Sklave zu sein. Mich ihr völlig zu ergeben.
Es ist wie immer – die Tür ist offen, ich kann eintreten. Ich geh gleich in unseren Raum und zieh mich aus. Ich weiß, dass sie das von mir erwartet.
Gespannt knie ich mich in die Mitte, nehme das Halsband mit beiden Händen hinter den Rücken und schließe die Augen.
Ich weiß nicht, wie lange ich so sitze, bis ich ihren Gang höre. Die Schuhe klappern auf dem Holzboden.
Ein fester Gang, stolz. Wie ihr Blick. Nicht überheblich, aber stolz. Fesselnd. Ich bin gefesselt von ihr gewesen. Vom ersten Moment an.
Die Tür geht auf und wieder zu. Ich atme schneller, bin gespannt, ob sie weiß, was heute für ein Tag ist.
„Aufstehen.“ Sofort gehorche ich. Weiß ich doch, was mich sonst erwartet, wenn ich schon zu Anfang ungehorsam bin.
„Was hast Du hinter Deinem Rücken?“ fragt sie. Ich wunder mich einen Moment, woher sie weiß, dass ich etwas habe. Aber noch bevor ich etwas sagen kann, hat sie meine rechte Brustwarze gepackt und drückt zu. „Ich habe Dich was gefragt“, sagt sie. Mit diesem knurrenden Unterton, der mir einen neuerlichen Schauer über den Rücken jagt.
„Ein Geschenk für Euch, Herrin.“
Ich zeige ihr das Halsband mit zitternden Händen. Die Augen habe ich weiterhin geschlossen, kann ihre Reaktion nicht sehen.
Sie lacht. Ich kann ihren Atem deutlich spüren. Sie nimmt das Halsband und ich lasse schnell die Hände wieder nach unten sinken. Nicht aufdringlich sein. Das lernte ich schon in der ersten Stunde.
Sie legt mir das Halsband um, ohne etwas zu sagen. Es sitzt ein wenig eng, aber ich trau mich nicht mich zu beschweren. Es war meine Entscheidung, ich werde damit leben. Nun gehöre ich vollends ihr.
Ich höre wie sie sich entfernt von mir. Der Stuhl knatscht etwas. Sie scheint sich zu setzen.
„Hierher“, befiehlt sie. Ich sinke auf die Knie, komme zu ihr, die Augen zwar geöffnet, aber niedergeschlagen. „Meine Schuhe sind dreckig.“ Und es ist meine Aufgabe sie zu säubern.
Nach einigen Minuten spüre ich einen Absatz im Rücken. „Mach es ordentlich.“ Ich bin sicher es zu tun wie immer. Aber die Regeln haben sich geändert. Ich bin in ihrem Besitz. Das zeigt sie jetzt deutlich.
Ich genieße es. Es ist aufregend, so ganz anders. Eine Sitzung bei ihr zu haben war schon immer aufregend – aber ich war nie ganz ausgeliefert, wie ich es jetzt bin.
Sie steht auf, tritt mir auf die Hand. Ich war unachtsam und muss bestraft werden. Sie fesselt mich ans Kreuz und lässt mich leiden.
„Danke Herrin.“ Mehr kann ich nicht sagen.
Plötzlich fliegt die Tür förmlich auf. Ein fremder Mann betritt den Raum. Ich habe ihn noch nie gesehen.
Ich weiß, dass ich nicht ihr einziger Sklave bin, aber kein Sklave würde es wagen, ihren Raum so dreist zu betreten.
Als ich ihren Blick sehe, weiß ich, dass er kein Sklave ist.
Der Stolz ist immer noch da – aber ebenso Demut. Sie lässt die Peitsche sinken.
Er geht festen Schrittes zu ihr, packt sie im Nacken, legt ihr ein Halsband an und schickt sie mit einem Blick in den Nebenraum.
Ich habe Angst. Seine Dominanz ist förmlich zu riechen. Und so wie sie den Raum verlassen hat…
Er würdigt mich keinen Blickes, löst eine Hand vom Kreuz und verlässt den Raum.
Als ich gehe, höre ich wie sie nebenan bettelt.
Wer ist er, dass er meine Herrin beherrscht?